Denkmalpflege? Denkmalförderung? Wie geht das?

Am 1. Oktober eines jeden Jahres ist es soweit. Für den Aufruf der Denkmalförderung der Länder müssen fleissig Anträge geschrieben werden. Wie funktioniert so was?

Zuständig ist in Nordrhein-Westfalen das Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung des Landes Nordrhein-Westfalen, kurz MHKBG.

Die Mittel für Denkmalpflege werden im Landeshaushalt bereitgestellt. Der sieht als Haushaltsplanentwurf so aus: https://www.haushalt.fm.nrw.de/grafik/index.php?type=2 dort oben rechts unter „Denkmal“ suchen.

Die Mittel werden entweder hier schon fest verplant, zB. – aufgrund langjähriger Verpflichtungen, oder aber für landeseigene Denkmäler, und die „dicken Dinger“ wie Stiftung Zollverein, Zuweisungen an den Regionalverband Ruhr für Pflege und Unterhaltung bedeutender Standorte der Route der Industriekultur, aber auch die Dombauvereine in NRW, oder Sakralbauten von besonderer Bedeutung.

Die vielen, vielen „kleinen“ weiteren Denkmäler im Land die auch noch einen klitzzekleinen Förderbedarf sehen, müssen jedenfalls statt dessen einen Förderantrag stellen und diese sind unter der Haushaltsstelle 08 510 893 60 195 „Zuschüsse zur Förderung privater und kirchlicher denkmalpflegerischer Maßnahmen“ zusammengefasst. Diese Mittel werden also, wenn der Haushalt so beschossen wird, für alle anderen Denkmäler bereitgestellt.

Die Förderanträge werden, unabhängig davon, bis zum 1. Oktober des Vorjahres über die Bezirksregierungen eingesammelt, gehen dann in Abstimmungen und Auswahlverfahren und wer Glück hat oder besonders schlimmen Schaden abwenden muss, der wird dann vielleicht auch gefördert.

Es gibt auch den Weg, dass die Gemeinde für kleinere Maßnahmen das Förder-Prozedere organisiert, das fällt in Krefeld aber aus. Weil zu wenig Personal, oder Interesse? Könnte man mal im Kultur und Denkmalausschuß nachfragen…

Das ganze Abstimmungsprozedere in den Behörden nimmt nun einige Monate in Anspruch, denn Geld für alle Anträge ist ja nie genug da. Ganz übel war es auch schon mal bei einer Vorgänger Regierung, da gab es fast keine Förderungen mehr, sondern nur noch vergünstigte Kredite. Die Folge? Besser nicht drüber nachdenken.

Aber der aktuelle Haushaltentwurf sieht dieses mal eine Steigerung für das Jahr 2022 vor. Allerdings hatten wir im Sommer auch die Hochwasser-Flut, die viele Denkmäler und historische Ortskerne schwer gebeutelt hat.

Wir haben für das Klärwerk jedenfalls pünktlich einen Antrag gestellt, und hoffen.
Bitte die Daumen drücken!

Das Klärwerk als Filmlocation für Babylon Berlin

Großes Kino in Krefeld: Babylon Berlin drehte im imposanten Denkmal für die vierte Staffel der deutschen Kult-Fernsehserie.

Drehort historisches Klärwerk

Das von vier Freunden übernommene wohl schönste Klärwerk (der Welt?) zeigt den anderen großen Drehorten in Berlin und NRW wo man tolles Kino macht. Wir freuen uns auf die Ausstrahlung ab 2022 auf Sky und in der ARD.

Babylon Berlin basiert der Gereon Rath Romanreihe von Volker Kutscher aus Köln. (Rheinische Grüße aus dem schönen Krefeld!)

Die Produktion gehört zu den aufwändigsten und auch weltweit zu sehenden erfolgreichsten des deutschen Fernsehfilms. Das Klärwerk diente für Babylon Berlin als mystischer Ort der Zeitreise in die Weimarer Republik.

Die Vorbereitung zum Dreh im Klärwerk zog sich über eine ganze Woche, aber Dank des emsigen und immer gut gelaunten „Location Managers für NRW“ Philip Gritzka perfekt geplant und auch durchgeführt.

Das Klärwerk wurde so zum passenden Szenenbild, das für die gesamte Serie und ihren großen Erfolg einer der Dreh- und Angelpunkte ist. Verantwortlich dafür ist Uli Hanisch, der zu den bekanntesten Szenenbildern Deutschlands gehört.

form follows fiction schreibt er auf seiner Website. Für Produktionen wie „Das Parfüm“, „Queens Gambit“ und auch „Babylon Berlin“ benötigt man unbedingt diese glaubwürdigen Orte, die keinen Gedanken an „wie hat man denn das nun gemacht?“ zulassen, sondern den Zuschauer unbewußt tief in die jeweilige Erzählung und deren Zeit eintauchen lassen.

Blick in die Klärhalle

Das Klärwerk gehört aber zu den wenigen Objekten, bei denen der Ort fast ganz unverändert diese Bühne bildet. „Fiction follows form“, so könnte man behaupten. Denn die Szenerie die die Klärhalle entwickeln kann, entsteht aus ihrer sprachlos machenden Architektur, ihrer eigenen Inszenierung.

Diese starke Wirkung kann übrigens jeder Besucher vor Ort bei Führungen erleben. Das Szenenbild war im Klärwerk daher vielmehr besonders bemüht, unpassende „Verunstaltungen“ durch Graffiti zu entfernen und eine stilechte und schummerige Atmosphäre zu erzeugen. Das hat in jedem Fall geklappt.

Übrigens sollte das Klärwerk schon in der zweiten Staffel als einer der Drehorte dienen, wurde aber aufgrund des damals sehr hoch eingeschätzten Aufwandes für eine Beheizung im Winter verworfen. Die damals geplante Naktszene wurde trotz Widerstand der künstlerischen Leitung in einer Villa in Wuppertal abgedreht, mit eher mäßigem Erfolg.

Sonneneffekte in der Klärhalle

Wichtiger Baustein für den Dreh war das Licht. Die Klärhalle wird immer schon durch eindringende Sonnenstrahlen beeinflußt. Noch ungeklärt ist, ob das Klärwerk vielleicht sogar absichtlich auf das einfallende Licht geplant wurde, einiges spricht jedenfalls dafür.

Die „Lampenmänner“ (Beleuchter) musste jedenfalls diesen Sonnen-Effekt für den ja über den gesamten Tag verteilten Dreh sicherstellen. Deswegen wurden Scheinwerfer spärlich im, größtenteils aber ausserhalb des Gebäudes angebracht.

Für das Kamera-Team um Haupt-Kameramann Philipp Haberlandt galt es nun die passenden Bilder einzufangen. Manchmal ein nicht ganz so einfacher Job, auf den Fall ein sehr schweißtreibender. Denn das schwere Equipment muss ja für die vielen Einstellungen auch flüssig bewegt werden.

technische Probe, Kamera und Ton

Ruhepol der Produktion mit einem Blick auf das große Ganze war jedenfalls Regisseur Henk Handloegten. Interessanterweise wird Babylon ja durch das Dreigespann Tom Tykwer, Achim von Borries und Hendrik Handloegten als Drehbuchautoren und Regisseure verantwortet. Im Klärwerk fiel insbesondere auf, wie gut das NRW Team zusammengestellt ist und dadurch unter der Regie die über 70 Hände gekonnt und unter der durchdringenden ordnenden Stimme von Regieassistentin Laura Mihartescu die erdachten Bilder aus dem Drehbuch ihren Weg in die Kamera fanden. Großes Kino.

Dank von uns aus dem Klärwerk an das gesamte X-Filmteam, Regie: Henk Handloegten, Kamera: Philipp Haberlandt und Kommissar Gereon Rath: Das hat Spaß gemacht!

Anekdote:

Krefeld ist vielleicht die einzige Stadt in ganz Deutschland, die für einen Dreh in einem ehemals ja ziemlich städtischen Denkmal, das unter der Verantwortung der städtischen Bauverwaltung vollkommen ramponiert wurde, ausgerechnet auch noch eine ziemlich komplette Baugenehmigung brauchte. Super Support!

Nachtrag: das einer der Hauptdarsteller der Querdenken -Bewegung nahe steht, ist absolut nicht gut!

Bach im Klärwerk

Bach im Klärwerk: Im Rahmen der Coronadenkonzerte in St. Augustinus findet am Sonntag 30.05.2021 um 19 Uhr ein sehr außergewöhnliches Konzert statt. Was verbirgt sich hinter dem Titel „Bach im Klärwerk“? Ein Kirchenkonzert mit einer Bachkantate findet da nicht in einer Kirche, sondern in einer Industrieruine, einer weltlichen Kathedrale der Baukunst statt. Und leider nur online.

Zwei großartige Werke von Johann Sebastian Bach stehen auf dem Programm des Konzertes: Die Kantate „Gott soll allein mein Herze haben“, für Alt solo und Orchester, BWV 169 und die berühmte Suite in h-moll für Traversflöte und Streicher. Die Ausführenden sind Dorothee Wohlgemuth und das Ensemble Capella 94 unter der Leitung von Christoph Scholz.

https://youtu.be/7z0J1P7vdD4

Hardcore Denkmalpflege in Krefeld, der Hallenkran des historischen Klärwerks.

Krefeld ist leider landein, landaus für seinen schwierigen Umgang mit Baukultur bekannt (Liste siehe unten).

Das ein seit 1982 denkmalgeschützter und noch lange danach tadellos funktionierender historischer Kran überhaupt in solch einen Zustand geraten konnte, das ist schon Ding, liebe Herren Krefelder Oberbürgermeister!

Industriearchäologie: 

Das Baujahr des Hallenkrans dürfte 1908 sein, ein Typenschild ist bisher nirgendwo zu sehen, Unterlagen sind vom Vorbesitzer (der Stadt Krefeld) nicht gesammelt worden. 

Wer hat den Kran gebaut? 

In dieser Zeit waren drei Kranhersteller aus Nordrhein-Westfalen weltweit führend. Die Firmen Bechem & Keetman Duisburg, Benrather Maschinenfabrik bei Düsseldorf, Stockhausen aus Wetter an der Ruhr, zusammengeschlossen als Duisburger Maschinenfabrik AG, erst 1910 (nach dem Bau unseres Krans) bekannt geworden als DEMAG. 

Der Krantyp?

ein dreifach elektrischer  Fachwerkgitter-Laufkran. Dies stellte zur Bauzeit die modernste Variante dieser Kräne dar und wird übrigens bis heute genau so gebaut. 

Entwicklung dieser Kräne? 

Kurz zuvor waren diese Kräne noch per Transmissionsriemen (Dampfmaschine) angetrieben worden, dann mittels eines zentralen Elektromotors (statt Dampfmaschine), dann erst mit einzelnen Motoren im (auf) dem Kran.

Unser Kran konnte mit zwei Elektromotoren gefahren werden (gerade entdeckt) und mittels eines elektrischen Hubwerks (Winde mit einer noch unbekannten Bremse) Lasten an jeden Punkt der Klärhalle bewegen. 

Bedeutung des Krans als Kulturdenkmal

das Klärwerk war als eines der modernsten dieser Gebäude geplant und gebaut worden. Alles war „high tech“ und vom Feinsten. Die Funktion des Kran im Klärwerk war: Unterstützung bei täglicher Arbeit (Behälter- Transport) und unentbehrlich bei Reparaturen. Er selbst stellt ein seltenes Exemplar der ersten elektrischen Laufkrane dar.

Die Rettung des Krans

wird nun etwas aufwändiger, ganz grob: Regen stoppen (Fenster reparieren), Dach abdichten, entrosten (Wasser Hochdruck), Korrosionsschutz, Statik rechnen, Technik instandsetzen, wieder anfahren.

Rote Liste Bau- und Industriekultur:

Stadtwaldhaus, Stadtbad, Rheinhafen Drehbrücke + Lagergebäude, Stadthaus (technisches Rathaus), Willy-Brandt-Platz (Planungsdesaster), Rheinwerft Uerdingen (40 Jahre Verfall einer urbanen + industriekulturellen Wasserlage), Klärwerk (nun national bedeutendes Bauwerk), Stadtbad Bockum.

Liste der jüngst abgerissenen Bauwerke: (Stellwerk der Hafenbahn, vor- Gründerzeit Hallen am Kaiser Willhelm Park, Hpp Casino von Bayer Uerdingen am Rheinufer).

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Die Werkstatt des Klärwerks

Nachdem wir einige Monate mit der Instandsetzung des Betriebsleiter-Wohnhauses verbracht haben, geht es nun wieder verstärkt um das Hauptgebäude .

In der Kläranlage gab es eine eigene Werkstatt, diese war im Maschinenhaus, der kleineren der beiden Hallenbauten und laut den Inventarienzeichnungen mit Amboss, Schleifmaschine und einer Drehbank ausgestattet. Über der Werkstatt war das Magazin für die Ersatzteile, dieses ist durch eine offene Betontreppe an einer der Werkstattwände erreichbar.

„Die Werkstatt des Klärwerks“ weiterlesen

virtuelles Treffen der globalen Wassermuseen

Heute fand die Konferenz der über 60 Wassermuseen die im Watermuseum-Netzwerk zusammengeschlossen sind, statt. Das Klärwerk gehört zu diesen Museen und wir berichten hier kurz von der Konferenz, die mit Hilfe des National Water Museum of China und dem UNESCO Beijing Office veranstaltet wurde.

Drei Dinge wurden von den Vertretern der Wassermuseen diskutiert:

  1. Auswirkung der Pandemie auf die Besuchersituation
  2. Start des zweiten Wettbewerbs „The Water We Want“ 2021
  3. Verabschiedung des Manifestes zur Stärkung der internationalen Zusammenarbeit der Wassermuseen

Auswirkung der Pandemie

Alle Museen berichteten von den drastischen Auswirkungen der Covid-19 Pandemie auf die Arbeit, insbesondere die Besucherrückgänge und damit verbundene gesunkene Beiträge, die laufende Museumsarbeit zu finanzieren. Gleichzeitig haben alle Museen spannende Erfahrungen mit vielen digitalen Formaten gesammelt, um Inhalte die ansonsten vor Ort, zB. im Rahmen von Führungen oder Besuchen vermittelt werden, nun virtuell fortzusetzen.

Hintergrund: Die Wassermuseen haben sich im Rahmen des UNESCO IHP Programms bereiterklärt, die wesentlichen Nachhaltigkeitsziele der UN Agenda 2030, gegen den Klimawandel und Ungerechtigkeit, mit ihren Mitteln weiter zu verbreiten. Denn in ihnen werden in großem Umfang die wichtigen Multiplikatoren-Zielgruppen erreicht, insbesondere Lehrer, Schüler und interessierte Besuchergruppen.

Wir haben vereinbart, unsere Erfahrungen mit digitalen Formaten zu teilen und diese Arbeit auszuweiten.

Start des zweiten Wettbewerbs „The Water We Want“ 2021

In Kürze starten die Museen den zweiten Projektaufruf des Kinder- und Jugendwettbewerbs „The Water We Want“.

Der Wettbewerb zielt darauf ab, die facetten von Wasser aus der Perspektive junger Menschen im Rahmen der Agenda 2030 und den nachhaltigen Entwicklungszielen (SDGs) zu erforschen.

Wir möchten die Schüler einbeziehen und zum Geschichten erzählen inspirieren:

  • Wie können wir unsere ganz persönliche Wahrnehmungen und Gefühle zur wertvollen Resource Wasser am besten darstellen?
  • Wie können wir neue Wege finden, die Natur mehr als bisher zu respektieren?
  • Welche winzigen, aber vielleicht revolutionären Lösungen können uns helfen, Wasser als ein wertvolles Erbe zu betrachten?
  • Wie können wir zur Verbesserung der Nachhaltigkeit bei der Nutzung von Wasser beitragen?

Mehr zum Wettbewerb in Kürze vom Klärwerk

Verabschiedung des Manifestes, zur Stärkung der internationalen Zusammenarbeit der Wassermuseen:

Um zusammen und geeint gegen den fortschreitenden Klimawandel Aufklärung zu leisten, zusammen die Nachhaltigkeitsziele der UN Agenda 2030 zu verfolgen und zu verbreiten, zur Förderung einer nachhaltigeren Wahrnehmung, Nutzung und Umgang mit Wasser haben die Wassermuseen sich verpflichtet, neue, analoge und digitale Tools auf internationaler Ebene zusammen zu entwickeln.

Industriekultur in Krefeld

Nach einigen Wochen Arbeit und Recherche im umfangreichen Archiv des Klärwerks ist es heute so weit. Die Website zur Industriekultur in Krefeld ist online gegangen.

Die Idee entstand durch unserer Zusammenarbeit mit der Rheinischen Industriekultur und der Europäischen Route der Industriekultur ERIH

Wir freuen uns, den weissen Fleck Krefeld gefüllt zu haben und wünschen Ihnen viel Spaß. Wenn Sie selbst mitmachen oder uns unterstützen möchten: gerne!

https//www.Industriekultur-Krefeld.org

Kul-Türchen – ein digitaler Kultur-Adventskalender

„Kul-Türchen – ein digitaler Kultur-Adventskalender“ öffnet sein erstes Türchen am Dienstag, 1. Dezember. Und zwar im Klärwerk.

„Ein filmischer Adventskalender der freien Kultur- und Kreativszene Das Jahr 2020 ist geprägt von der Pandemie die uns allen viel zugemutet hat. Die Kultur und die Kunst haben ihre Bühnen schliessen müssen. Nun, im Dezember, können wir auf ein Jahr zurückblicken das besonders war. „

Mehr zum Kul-Türchen und der Kalender ist hier zu sehen: www.provinzgiganten.de/kultuerchen

Kul-Türchen

Der Transparenz wegen: die Ratsvorlage
https://krefeld.meine-stadt-transparent.de/meeting/1743/file/14851/

und der supergute Beitrag Türchen 1 mit Mondo-Mashup und dem Klärwerk:

Deindustrialisierung und Trumpismus

Können wir von den USA lernen?

Schauen wir auf den „Rust Belt“1, die älteste und größte Stahl- und Automobilindustrieregion der USA. Zwischen 1978 und 1984 verloren allein in Detroit – Michigan 180.000 Arbeiter ihre Jobs. Kaum ein anderer industrieller Sektor wurde ähnlich hart getroffen, wie der in den Staaten Michigan, Pennsylvania, Wisconsin. 

Dort gewann ein gewisser Donald Trump 2016 die Wahl und verlor 2020. Er hatte hatte hier 2016 die erforderlichen Stimmen für den Wahlsieg geholt, weil er die Rückkehr der Industrialisierung mit Jobs und Wohlstand versprach, zu Lasten des Restes der Welt, America first.2 Eingelöst hat er die Versprechen nicht, die Wahl 2020 verloren.

Den Verlust von Moral, Stabilität, sicherer Arbeit, steigende Geringfügigkeit und Kurzfristigkeit der Jobs, all das ist im Rust Belt der USA – wie in jeder sich deindustrialisierenden Region3 – weiterhin zu finden. Industrien wandeln sich, verlieren ihren Markt, ziehen weiter oder ersetzen und erneuern sich. 

Neue Containerterminals oder Logistik-Gewerbegebiete auf der vorher grünen Wiese ersetzen Industrie, Handwerk und lokalen Handel. Arbeit, die Identität der Arbeiter, Angestellten, ihre sozialen Kontakte, ihr verwobenes lokales Umfeld, der urbane Zusammenhang, dies alles schrumpft oder löst sich auf, hier wie transatlantisch. 

Das konnte auch von Trump nicht gestoppt werden. Trump hat sich auch hier selbst entzaubert, aber nun noch größere Wunden im ganzen Land hinterlassen. Verformte und transformierte Landschaften bleiben mit ihren demoralisierten Menschen zurück. Ist das ein warnendes Beispiel für uns? Vielleicht.

Zumindest einer der großen Strukturwandel, der nehenan im Ruhrgebiet, beflügelt durch die IBA mit seiner dort neu entstandenen Industriekultur, hat einen stolzen Rest Identität gerettet, oder gar neue geschaffen? Trumpisten haben dort jedenfalls bisher nicht übernommen, obwohl strukturelle Parallelen erkennbar sind.

Sprung über den Rhein: Vielleicht hat das gemeinsame Gedächtnis in Krefeld noch mehr Erinnerung an andere, vermeintlich bessere, die vorindustriellen Zeiten? Im vergleichsweise kleinen Ort ist die Legendisierung einer vorindustriellen Welt en vougue. Sei es die Zeit der Römer, der Grafen und Burgherren, der Seidenbarone, der bürgerlichen Baurelikte, der Kunstsammlungen der Burgeoisie. 

Zeugnisse der Industrialisierung werden in Krefeld – bis heute – still entsorgt oder entkernt und zur Unerinnerbarkeit verformt. Ihre Geschichten und Auswirkungen auf die Menschen, Wirtschaft, Kultur, Stadt und Landschaft könnten thematisiert und dadurch erinnert werden. Denn ohne sie bleibt nichts. Aber etwas verschwindet. Erinnerung, Zusammenhang und letztendlich auch die Geschichte der Menschen und deren Arbeit.  

Noch ist es nicht ganz zu spät. Es gilt nun diese letzten sichtbaren Auswirkungen jener Industrialisierung zu bewahren, zu interpretieren. Den enormen Wandel, Umbruch, die Veränderungen der Arbeit, jene wirtschaftlichen Schwankungen und Niedergänge, die Zerstörung des Weltkriegs, die Auswirkungen derlei Begebnisse auf Stadt, Bewohner, Umgebung, Umwelt und wie wir seit einigen Jahrzehnten wissen das Klima, sich bewußt zu machen.

Denn genau hier sind die grundlegenden Hinweise zu finden, warum und wie wir in eine deutlich nachhaltigere Zukunft finden müssen. Und darin ist vielleicht einer der vielen kleinen Schlüssel verborgen, um Trumpismus fern zu halten. Denn Nachhaltigkeit beginnt mit Verstehen. 

Siehe auch: Industriekultur

Anmerkungen:

  1. Rust Belt, siehe https://de.wikipedia.org/wiki/Rust_Belt. beispielhaft die „GM Moraine Assembly Fabrik“. Hier wurden mehrere Dokumentarfilme gedreht: „The Last Truck: Closing of a GM Plant“ von Julia Reichert and Steve Bognarder und aktuell auf Netflix „American factory“. Dieser erzählt von der Autofabrik, die schloss und 10 000 Menschen in die Arbeitslosigkeit entließ. Ironie und zu Trumps „China“ Thema: Sie wurde wieder eröffnet, nachdem ein chinesischer Investor übernommen hatte.
  2. https://www.bloomberg.com/news/articles/2016-11-11/trump-s-success-in-small-and-mid-sized-rust-belt-cities
  3. Deindustrialisierung bezeichnet sozialen oder wirtschaftlichen Wandel durch eine Schrumpfung der industriellen Sektoren, vor allem der Schwer- und verarbeitenden Industrie. Es ist das Gegenteil der Industrialisierung. Historische Beispiele in Krefeld:
  • 1970 Stilllegung der Phrix AG in Linn. Zuletzt war die ehemalige Rheinische Kunstseide AG, kurz „Rheika“ eine Unternehmenstochter der Badischen Anilin- & Soda-Fabrik (BASF) und des US-Konzerns Dow Chemical. Phrix hatte wegen einer verfehlten Investitionspolitik Verluste gemacht und war 1970 auf Beschluß der Hauptaktionäre stillgelegt worden. Innerhalb von vier Monaten verloren 2000 Beschäftigte ihren Arbeitsplatz. Während der Schliessung, der ersten Massenentlassung in der Bundesrepublik, entstand der Dokumentarfilm „Rote Fahnen sieht man besser“, siehe https://www.spiegel.de/spiegel/print/d-44914690.html und http://www.filmerbe.de/daten/2014/Filme/Rote-Fahnen_pop.php
  • 1971 Krefelder Baumwollspinnerei, von 1350 Arbeitern 1952, ging der Betrieb nieder auf zuletzt nur 1971 noch 258 Angestellte. Das aussergewöhnliche Gebäude wurde von der Stadt Krefeld übernommen und später restlos abgerissen, erhalten ist Arbeitersiedlung Ulmenstraße von 1900.
  • 1996 Philipswerk in Linn. In der Fabrik wurde 1951 der erste Fernseher gebaut, der je in Deutschland produziert wurde, der legendäre „Starenkasten“. Die Produktionsaufnahme im September 1951 begann mit 100 Mitarbeitern. 1954 arbeiteten 500 und 1956 schon 1000 Personen im Werk. Der 2000ste Mitarbeiter konnte 1959 eingestellt werden. Rund zehn Jahre später waren es 3000 Beschäftigte und Ende 1972 zählte man bereits 3250 Mitarbeiter. 1996 wurde das Werk vollständig geschlossen. https://www.wz.de/nrw/krefeld/ausstellung-erinnert-an-philipswerk-in-linn_bid-27921249 https://www.radiomuseum.org/forum/philips_fernsehgeraetefabrik_krefeld_1973.html
  • 2020 Dreiring Werke, seifenfabrik

Über Dachform, Dachdecker, Ziegel

Die Dacheindeckung des Betriebsleiterwohnhauses ist stark beschädigt und diese können wir nicht mal eben selber reparieren. Aber dennoch interessieren wir uns natürlich sehr für die Materialien, die hier verwendet werden und welche Funktionalität und Besonderheiten sie haben. Dazu habe ich (Johanna vom Klärwerk) die Handwerker, die sich viel Mühe mit dem Dach geben, gefragt ob sie mir in einem kleinen Interview ein paar Fragen zu den Materialien beantworten könnten. Glücklicherweise waren sie einverstanden:

Wenn man ein ersten Blick auf das Betriebsleiterwohnhaus wirft, fällt einem tatsächlich als erstes das sehr große, nach obenhin spitz zu laufen Dach auf, welches von zwei Gauben, eins auf der Nord und eins aus der Südseite, geziert wird. Die Giebel besitzen zweiflügelige, querrechteckige Fensteröffnungen. An der Westseite über der Haustür ist ein symmetrisches, dreckeckiges Vordach. Dieser Risalit (aus dem italienischen „rislato“, welches „Vorsprung“ bedeutet, es handelt es sich also um einen Bauteil, das vor die eigentliche Fassade vorspringt) ist von einem Dreiecksgiebel gekrönt und wird ringsherum von einem flachen Gesimsstreifen eingerahmt.

Auf meine Frage, was das besondere an diesem Dach ist, erzählten die Handwerker, dass das Dach ein altes Walmdach sei, was in Kombination mit den Gauben viel Aufmerksamkeit auf sich zieht. Übrigens, Gauben sind die Vorbauten mit den Fenstern, oben auf den seitlichen Dachflächen.

Das Walmdach ist jedenfalls die älteste Dachform in der Architektur, es ist trapezförmig aufgebaut. Alle vier Dachseiten sind dreieckig und laufen noch oben hin mittig spitz zusammen. Vergleicht man die Fläche des Daches mit der Fläche des Dachbodens, stellt man fest, dass die Fläche des Daches deutlich größer ist. Dies ist ein weiters besonderes Merkmal des Walmdaches.

Schaut man genau hin, sieht man unter den Dachpfannen des noch nicht fertig gedecktem Dachs eine Holzschicht. Ich wollte natürlich auch da wissen, welche Funktion diese hat. Die Dachdecker erklärten mir, dass dies spezielle Platten seien, welche aus Faserholz besteht. Diese Platten haben die Eigenschaft den Schall, sowie auch Wärme zu dämmen und zusätzlich sind sie einige Zeit lang wasserabweisend.

Doch natürlich besteht ein Dach nicht einfach nur aus Gauben und Holzplatten.  Daher werden auf unserm Dach momentan fleißig die Dachpfannen von den Dachdeckern angebracht. Da das Gebäude dem Erscheinungsbild aus früheren Jahren so nahe wie möglich sein soll, werden hierbei schwarze Tonziegel verwendet, welche besonders bei Altbauten, wozu auch das Betriebsleiterwerkshaus gehört, verwendete werden. Sie bestehen zu 40 bis 60% aus rotem Ton, welche anschließend schwarz lackiert werden, bevor sie auf dem Dach angebracht werden.

Doch was für eine Ziegelform wird für die Sanierung des Daches verwendet? Es werden Hohlfalz- Ziegel, oder auch H 15 genannt, verwendet. Diese Art Ziegel ist besonders geeignet für geschwungene Dachflächen und zudem sind sie wasserundurchlässig, frostbeständig, sowie atmungsaktiv. 

Auf meine Frage, was diese Ziegel von anderen unterscheidet, erklärten mir die Dachdecker, dass diese Ziegel höher geneigt sind als andere Dachziegel. Diese breite Mulde, die die Dachziegel ausmachen und sie aussehenden lässt, wie kleine Wellen, ist charakteristisch für die traditionelle Dachgestaltung. Andere Ziegel dagegen haben eine deutlich weniger ausgeprägte oder auch keine Mulde. Oftmals werden Dachziegel für Denkmäler auf das Haus abgestimmt in Form und Farbe, weshalb sich die Dachziegel auch oft von Denkmal zu Denkmal leicht unterschiedlich aussehen.

Auf meine Frage, ob sie oft Denkmäler sanieren, und ob dies mehr Spaß macht als die Dächer von moderneren Häusern zu decken, antworteten mir die Handwerker, dass sie zwar viele Dächer von Denkmälern decken, jedoch jede Art von Dach gleichwertig spaßig zu decken sei.

das neu eingedeckte Dach

Praktische Denkmalpflege: Holzfenster

Das Klärwerk wird aufwändig repariert, zur Zeit ist das Betriebsleiterwohnhaus des Klärwerks in Arbeit. Dacheindeckung, Decken, Fußböden, Fensterläden und Fenster sind in Mitleidenschaft gezogen worden und müssen fachgerecht bearbeitet werden.

Besonders aufwändig sind dabei die Holzfenster. Das Gebäude hatte vor rund 100 Jahren natürlich keines der heute üblichen „Plastikfenster“ erhalten, sondern es wurden Holzfester eingesetzt. Die Lebensdauer solcher Fenster ist bei einsprechender Pflege annähernd ewig, aber nur wenn sie gepflegt werden.

Und wenn keine Fehler gemacht wurden.

Denn seit nun über sechzig Jahren werden fast alle historischen Holzfenster falsch behandelt. Wie aber kam es dazu?

Vom 15. Jahrhunderts bis Mitte des 20. Jahrhunderts waren Leinöl und Leinölfarbe die perfekte Möglichkeit, Fenster vor der Verwitterung zu schützen. Jedoch wurde die Nutzung von Leinöl nach dem zweiten Weltkrieg durch „schnelltrocknende Beschichtungen“ ersetzt.

Erst am Ende des 20. Jahrhundert wurde diese Methode von Fensterhandwerkern wieder von Schweden nach Deutschland zurückgebracht.

Doch was ist Leinöl überhaupt genau?

Leinöl wird aus Leinsamen gewonnen, ja genau aus den selben Leinsamen die auch gegessen oder zum Kochen benutzt werden.

Bei der Gewinnung von Leinöl werden Leinsamen kalt gepresst und anschließend einige Stunden erhitzt und mit Sauerstoff angereichert. Doch um aus dem nun gewonnen Leinöl auch Leinölfarbe zu machen, ist natürlich noch ein weitere Schritt nötig. Hierbei wird in das bereits vorhandene Leinöl Farbpigmente von zum Beispiel Erdfarben hinzugefügt. Dabei wird darauf geachtet, dass keine schichtbildenen Harze oder Lösemittel der Leinölfarbe hinzugefügt werden.

Aber was macht Leinöl jetzt so besonders und wie unterscheidet es sich von anderen Farben?

Leinöl ist das einzige traditionelle Material zu Fensterpflege was keine Schicht bildet. Es zieht tief in die Holzrahmen ein und konserviert das Holz, wobei die Holzporen ausgefüllt werden. Dadurch ist eine nahe zu unberenzte Erhaltung der Fensterrahmen möglich und es bietet einen dauerhaften Wetterschutz.

Zudem ist Leinöl keine Beschichtung, wie man es vielleicht am Anfang vermutet. Das Leinöl zieh in das Holz ein und schützt es von innen heraus, dagegen wird eine Beschichtung auf das Holz aufgetragen, welche nicht in das Holz einzieht. Zudem enthalten schichtbildene Farben oftmals Harze oder Lösemittel, wobei bei Leinöl drauf verzichtete wird.

Beide Methoden sollen zwar das Holz schützen, jedoch kann die Beschichtung durch verschiedene Wettergegebenheiten porös werden und reissen, wodurch Feuchtigkeit in das Holz eindringen kann. Dies kann dagegen bei Leinöl nicht passieren, da dieses das Holz von innen heraus schützt. Sollten die Rahmen matt werden, kann man sie einfach erneut mit Leinöl einstreichen.

Heute versucht man traditionelle Fenster wieder zu reparieren, was jedoch nicht leicht und zeitaufwendig ist. Oftmals sind die Fenster durch Beschichtungen, Säuren oder Laugen beschädigt. Auch kommen manchmal noch Probleme wie Schimmel oder schlechte Isolation hinzu. Auch wir haben uns an die Arbeit gemacht, um die Fenster des Betriebsleiterwohnhaus zu sanieren.

Nachdem wir alle Fensterrahmen ausgebaut haben, muss die alte Beschichtung auf den Fenstern herunter gekratzt werden, wobei diese stark erhitzt werden muss, um sie zu entfernen. Dabei muss man besonders darauf achten, dass man durch die Hitze die Scheiben nicht versehentlich zum platzen bringt und ebenso wie man darauf achten muss, dass man nicht versehentlich die Fensterrahmen anbrennt.

Wenn die komplette Beschichtung abgekratzt ist, müssen die Holzrahmen von allen Seiten mindesten einmal oder auch zweimal mit Leinöl bestrichen werden. Nachdem alles getrocknet ist, beginnt man die Rahmen mit Leinölfarbe zu bestreichen. Wir haben uns in für ein creme weiß entschieden, allerdings gibt es natürlich auch noch viel andere Farbtöne.

Man benötigt definitiv mehr als nur einen Anstrich, da die Farbe nicht deckend genug ist, als dass sie schon beim ersten Anstrich die Farbe des Holzes schön abdeckt und keine Pinselübergänge mehr zu sehen sind.

Auf Grund der langen Zeit, die das Leinöl und auch die Farbe benötigt, um zu trocknen, ist der ganze Prozess ziemlich zeitaufwenig. Grundsätzlich müssen wir die frisch bestrichenen Rahmen im Durchschnitt einen Tag trocknen lassen, ehe wir mit der nächsten Schicht Leinöl oder Farbe weitermachen können.

Hauptsache es ist schön

Dieser geniale Spruch steht über dem Tor der Klärhalle. Jeder Besucher fragt uns, ob wir das daran geschrieben haben?
Nein, es waren Künstler aus Krefeld, die das Klärwerk, grob zwischen den Jahren 1980 und 2000 umgenutzt hatten.
Wechselnde Künstler aus dem Bereich des Keramik-Designs bis zu Glaskunst hatten im Klärwerk sowohl ihre Wirkungsstätte, es wurden aber weit über Krefeld hinaus beachtete Ausstellungen veranstaltet und einige richtig gute Partys.

Der Name einer der letzten Künstlergruppen war „Klärwerk Keramik“. Antje Schwittmann-Schops und Rieke Hartwig waren Klärwerk-Keramik und sind heute das Atelier-Feuerfest. Hier ist der aktuelle Blick hinter die Kulissen, auch mit Masken…

Hauptsache es ist schön

Eines der Zeugnisse aus der Zeit der Künstler im Klärwerk ist dieses weitere tolle Fundstück mit Uwe Winkler von den „Klärwerkern“, der ersten Generation der Künstler:

Gute Nachricht fürs Klärwerk

Der Erhalt und die Sanierung des historischen Klärwerks sowie des Stadtbads I an der Neusser Straße wird durch das Engagement der vier Bundestagsabgeordneten Krefelds, Kerstin Radomski, Ulle Schauws, Otto Fricke und Ansgar Heveling mit Bundesmitteln des BKM gefördert.

Im Klärwerk wird damit, neben wesentlichen Vorarbeiten in der Halle, insbesondere die Sanierung des Betontragwerks in der Klärhalle begonnen werden können. Zur Zeit laufen bereits – durch die Denkmalförderung des Landes NRW unterstützte erste Maßnahmen der Instandsetzung und des Substanzerhaltes am nebenan gelegenen historischen Betriebsleiterwohnhaus auf dem Klärwerkgelände und der kleineren Maschinenhalle. Die Bundesförderung ermöglicht darüber hinaus die Inangriffnahme des Erhalts der einzigartigen Klärhalle, dem Palast der Hygiene.

Genaue Informationen zum Erhaltungskonzept und den anstehenden Arbeiten können gern auch vor Ort, bei den – in Kürze – wieder stattfindenden Besichtigungsmöglichkeiten auf der Baustelle des Industriemuseums, erlebt werden. Wir arbeiten bereits am Hygiene- und Baustellen-Besuchskonzept.

Wir freuen
uns sehr!

Foto: awi-design.de

Was ist „Made in Krefeld“ ?

Kunst und Kultur sind – gerade in schwierigen Zeiten – ein wichtiger Beitrag für unsere Gesellschaft. Gerade auch in Krefeld. Für unsere angespannten Gemüter.

Engagierte Krefelder Bürger hatten, mit Unterstützung ihrer eigenen KMU, einen aussergewöhnlichen Live Kulturabend organisiert, der natürlich „kontaktlos“ und werbefrei ins Netz gestreamt wurde.

Das „Krefelder“ Team bestand aus dem Musiker Michael-C-Kent, Krähennest-TV mit Kommuniaktionsprofi Peter Lengwenings und Filmproduzent Rudi Dembach, mit Unterstützung von Kawai Deutschland die einen ihrer fantastischen Konzertflügel ins Klärwerk transportierten, den Jungs von Ilbertz Veranstaltungstechnik die für die mystische Beleuchtung sorgten und Christoph Becker, dem Leiter des historischen Klärwerks.

Der Krefelder Fotograf Andreas Willems von AWI-Design hat einige hervorragende Fotos gemacht, die wir gerne hier zeigen:

Das Konzert kann natürlich jederzeit hier nochmals gesehen werden:

Bleibt gesund!

Barpiano Live Abend aus dem Klärwerk

Am Freitag, 17. April, verwandelt sich das leerstehende Klärwerk am Rundweg in eine virtuelle Pianobar: Ab 20:30 Uhr wird dort der Krefelder Musiker und Sänger Michael C. Kent im Stil eines Bar-Pianisten für rund 2 Stunden musizieren. 

live stream ab 20:30Uhr

Covid-19 und der Klimawandel, oder: globale Krisen

Soziale Sicherheit und Gerechtigkeit, die Bewahrung unseres Lebensraums auf dem Planeten, das sind die wichtigsten Ziele, die die Menschheit verfolgen muss.

Bis zum Ausbruch der Corona-Virus Pandemie, waren staatliche Interventionen – in einem so großem Stil wie nun geschehen – keine Lösungsansätze. Stattdessen wurde angenommen, dass der „Markt“ als Problemlöser am besten funktionieren würden. Der Begriff des „Gemeinwohls“ wurde in vielen Lebensbereichen durch den starken Wunsch „Gewinne“ zu erzielen, ersetzt.

Nun aber verbreitet sich das Virus, Regierungen geben in Tagen Billionen aus, Menschen müssen sich einschränken, alles für das Gemeinwohl.

Die gemeinschaftliche Aufgabe besteht nun nicht nur darin, den Virus zu bekämpfen, um danach wieder wie gewohnt weiter zu arbeiten. Das Ziel muss es nun sein, zusammen die sich zunehmend global ausbreitenden Krisen zu bekämpfen, aber dabei nicht zu vergessen, unser Zusammenleben und unsere Gesellschaft dabei humaner, nachhaltiger und sicherer zu gestalten.

Vergleich beider Krisen: Covid-19 und Klimawandel

  1. Beide Krisen erfordern ein hohes Maß an internationaler Zusammenarbeit.
  2. Beide erfordern von der gesamten Menschheit Verhaltensänderungen.
  3. Beide wurden von vielen Wissenschaftlern, schon für sehr lange Zeit, auch mit großer Wahrscheinlichkeit vorhergesagt.
  4. Beide wurden von den Regierungen vernachlässigt, Wachstumszahlen waren wichtiger.
  5. Beide verlangen nach drastischen Maßnahmen.
  6. Bei beiden Krisen werden Teile des Marktes mit wirtschaftlichen Sanktionen belegt werden müssen
  7. Und nicht zuletzt, beide Krisen werden enorme staatliche Investitionen erfordern

Coronavirus ist aktuell, ist für jeden Einzelnen fühlbar. Die langfristigen Auswirkungen sind noch nicht abzuschätzen. Aber der drohende Abbau von bisher bereits zu schwachen Regeln und Initiativen zum Klimaschutz, der drohenden Schwächung des Schutzes – sozial Geschwächter, – um das Überleben kämpfender Menschen, muss nun genauso entschieden entgegen gewirkt werden.

Optimistisch betrachtet haben wir nun die Chance, die Welt mit anderen Augen zu sehen. Denn unsere Probleme sind global.

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