Industriekultur

Die historische Kläranlage ist eines der erhaltenen Zeugnisse der Stadthygiene, aus der Zeit der brennenden Fragen, die sich aus dem enormen Wachstum der Städte während der Industrialisierung Europas am Ende des 19. Jahrhunderts ergaben.  

DasKlärwerk ist erstaunlicherweise fast ganz und unverändert erhalten und kann spannende Geschichten aus den vergangenen 111 Jahren der Stadthygiene und darüber hinaus erzählen:

DasKlärwerk ist nicht nur ein geschichtsträchtiger Ort. Es ist auch ein brillant erdachtes und kunstvoll errichtetes Gebäude des Jugendstils, mit ersten Anklängen an die sachliche Moderne, recht ungewöhnlich für einen Ingenieurbau und erst recht für einen der  Stadthygiene.

DasKlärwerk gehört zu den herausragenden Stationen der Industriekultur, denn es spielte eine bedeutende Rolle bei der Entwicklung der Stadt Krefeld, inmitten der geografischen Region Niederrhein, zu einer industriellen Kulturlandschaft. Der Begriff Industriekultur bezeichnet die Beschäftigung mit der gesamten Kulturgeschichte des industriellen Zeitalters.

DasKlärwerk ist eine der Stationen der ERIH, Route of industrial Heritage und Mitglied im Förderverein Rheinische Industriekultur e.V.

Zeitleiste

Die Zeitleiste des Klärwerks ordnet die Entstehung und den Betrieb der Anlage, aber auch die Folgenutzungen und historische Ereignisse die im Zusammenhang mit der Anlage stehen, in den zeitlichen Verlauf ein.

Forschungsschwerpunkte Industriekultur

Das kulturelle Erbe der Menschheit umfasst Industriekultur. Warum leben wir in Städten, was hat zu Wohlstand geführt, welche Innovationen und neuen Technologien wurden eingefügt? Warum hat man das so gemacht? Welche Auswirkungen hat die Industrielle Landschaft auf die Menschen? Das sind einige der Fragen, die wir für die Umgebung des Klärwerks in Uerdingen und in Krefeld erklären wollen.

Im Rheinland entstand zur Wende des 19 in das 20 Jahrhundert eine stark industriell geprägte Kulturlandschaft. Einige der Fabriken, Bahnlinien, Kraftwerke sind in der Zwischenzeit wieder verschwunden. Aber einige Unternehmen zählen bis heute zu den Marktführern. Das Industriekulturelle Erbe dient uns heute zur Orientierung, wir können unsere Herkunft und unsere Geschichte daran ablesen.

Einen spannenden Einblick bieten wir mit der Kartografie der Industriekultur, die wir bisher für Krefeld erforschen.

Krefeld und Uerdingen am Rhein,
weitere Quellen zur Geschichte und Industriekultur:

Eine weitere hervorragende Quellen für das Thema Industriekultur im Rheinland ist die Website der Rheinischen Industriekultur e.V., in der DasKlärwerk Mitglied ist:

Rheinische Industriekultur e.V.

Geschichte Uerdingens:

Wir arbeiten eng mit lokal tätigen und begeisterten Heimatforschern wie Horst Peterburs in Uerdingen, mit seiner spannenden Website https://www.horst-peterburs.de zusammen.

Geschichte Krefelds im Jahrbuch:

Eine Institution in Krefeld und im ganzen Rheinland ist die Arbeit des VEREIN FÜR HEIMATKUNDE IN KREFELD E.V. und die exzellenten Publikationen die in Die Heimat – dem Krefelder Jahrbuch, herausgegeben seit 1921, zu finden sind. Hier kann auch im Personen und Stichwortverzeichnis der Jahrbücher gesucht werden.

Geschichte Krefelds im Stadtarchiv:

Unerläßlich und eine stete Quelle tiefer Recherche ist das historische Gedächtnis der Stadt Krefeld, das Stadtarchiv. Dort werden Akten, Amtsbücher, Urkunden, Ratsprotokolle, Verträge, Karten und Pläne zur Einsichtnahme und Auswertung bereitgehalten. Ein Tipp, das Stadtarchiv twittert: https://twitter.com/StadtarchivKR

https://www.krefeld.de/de/stadtarchiv/stadtarchiv/
Hier die Übersicht über die vorhandenen Bestände

Die Geschichte Krefelds in der Zeit des Nationalsozialismus

Die Villa Merländer wird durch die NS-Dokumentationsstelle der Stadt Krefeld für Forschung, Bildungsarbeit und Dokumentation genutzt. Das Haus selbst ist ein besonders Denkmal in der Stadt. Denn als der Krefelder Kaufmann Richard Merländer der angesehenen Firma Merländer, Strauss & Co Samt und Seidenwaren im Jahr 1924 seine Villa auf der Friedrich-Ebert-Straße 42 in der damals noch pulsierenden Seidenstadt in Auftrag gab, ahnte er noch nicht, dass er sie in weniger als 20 Jahren unter dem Druck nationalsozialistischen Politik wieder verlieren würde.

Vom erfolgreichen Kaufmann wurde Richard Merländer zum Opfer der NS-Diktatur. Mehr zur Villa Meerländer und der NS-Dokumentationsstelle, sowie dem Verein Villa Merländer e.V. ist hier zu finden: https://villamerlaender.de

Beeindruckend sind die mehr als 150 Stolpersteine die im Stadtgebiet Krefeld verlegt wurden. Dieses Projekt des Villa Merländer Vereins und des Künstlers Gunter Demnig
richtet sich gegen das Vergessen. Gunter Demnig erinnert an die Opfer der NS-Zeit, indem er vor ihrem letzten selbstgewählten Wohnort Gedenktafeln aus Messing ins Trottoir einlässt. Informationen und eine interaktive Karte der Stolpersteine im Stadtgebiet sind hier zu finden: https://villamerlaender.de/stolpersteine-fuer-krefeld/


Passender Literaturtipp:

Ein wesentlicher Beitrag zur Aufklärung der NS-Zeit ist das Buch „… doch nicht bei uns in Krefeld!“ Arisierung – Enteignung – Wiedergutmachung in der Samt- und Seidenstadt 1933 bis 1963, von Claudia Flümann, erschienen im Klartext Verlag:

Gebundene Ausgabe : 662 Seiten
ISBN-10 : 3837514552
ISBN-13 : 978-3837514551
1. Auflage (5. Oktober 2015)

Landesarchiv NRW

Das Landesarchiv NRW ist das Gedächtnis des Landes Nordrhein-Westfalen und seiner Vorgängerstaaten. Es sichert dabei Rechts- und Kulturgüter von hohem Wert und dient den Bedürfnissen der Gesellschaft nach historischer Information, Transparenz des Verwaltungshandelns und auch der Rechtssicherheit. Für uns ist das Landesarchiv eine Schatzkammer.

Das Landesarchiv NRW unterhält drei Regionalabteilungen, für uns ist in Duisburg das Gedächtnis des Rheinlands aufbewahrt. In sämtlichen Beständen aller Archive in Nrw kann hier gesucht und gefunden werden: https://www.archive.nrw.de/cgi-bin/search.cgi.

Landesarchiv NRW, Abteilung Rheinland