Sauberes Wasser, sanitäre Einrichtungen

Verfügbarkeit und nachhaltige Bewirtschaftung von Wasser und Sanitärversorgung für alle gewährleisten
Agenda 2030, Ziel 6 und das Er-Klärwerk:

Süßwasser und aquatische Ökosysteme
Süßwasser ist für das Überleben der Menschheit unerlässlich. Aber seine Bedeutung wird weitgehend und zunehmend unterschätzt oder gar nicht anerkannt. Dabei sind Süßwasserökosysteme sehr anfällig für den Klimawandel. Erkenntnisse aus den Sozial- als auch aus den Naturwissenschaften müssen das Fachwissen in der Wasser- und Abwassertechnik zur Erhaltung der Süßwasserökosysteme ergänzen. Dies dient den UN-Zielen der Agenda2030, letztendlich für eine nachhaltige Entwicklung der Menschheit.

Wasser ist ein Genuss
Denn H2O ist sinnlich, ästhetisch, optisch, weltlich, kulinarisch, Freude, Spaß, Lust und bedeutet auch Gesundheit. Der grundlegende Zugang zu Wasser ist überlebenswichtig, aber dient der „Verbrauch“ von Wasser zu mehr Wohlbefinden? Wenn alle Grundbedürfnisse erfüllt sind? Freizeit- und Erholungsnutzung in Verbindung mit Flüssen, Seen, Wasserstraßen und Wasserlandschaften helfen den Zusammenhang von Natur und uns Menschen zu verstehen. Wasserlandschaften sind von immenser Bedeutung, um lokale Gemeinschaften wieder mit einem Ortsgefühl zu versehen und dadurch das Wohlbefinden zu verbessern.

Der Rhein ist vom Klärwerk 2km entfernt und das alte Klärwerk war auch schon vor über 100 Jahren dafür da, seine Schönheit, seine Natur für Anreiner flußab zu erhalten. Als Wassermuseum setzen wir uns dafür ein, Einheimische und Besucher im Klärwerk in den Erhalt und die Entwicklung gemeinsamen und bewussten Genusses von Wasserlandschaften einzubeziehen.

Wasser und unsere Zivilisation
Wassermuseen wie wir setzen sich dafür ein, transdisziplinäre und ganzheitlich Natur- und Geisteswissenschaften zu fördern, damit wir Menschen besser verstehen, was Gleichgewicht mit der natürlichen Umwelt sein könnte. Aber auch bei uns ist viel zu (er)-klären, urbane Wasserlagen am Niederrhein sind immer noch Mangelware und zeugen von einem zu distanzierten Umgang mit dem Fluß und dem Genuss den er uns bieten kann. Das Netzwerk von rund 60 Wassermuseen weltweit WAMU hilft, über den eigenen Tellerrand hinaus zu schauen.

Das Er-Klärwerk
als Ab-Wassermuseum will dabei helfen und in naher Zukunft, immer mehr, eine aktive informierende Platform darstellen. Denn Klimawandel und das Bewusstsein für die Bedeutung des Wassers muss auch bei uns, in den entwickelten Ländern, verbessert werden. Und wir müssen hier erst mal verstehen, dass von 7,5Milliarden Menschen fast eine Milliarde keinen Zugang zu sauberem Wasser hat, über keinerlei Toiletten verfügt, in Teilen der Erde keine Abwasserbehandlung vorgenommen wird. Aber auch bei uns, lokal, in Deutschland, am, Niederrhein, sind beim Thema Wasser gar nicht alle Probleme gelöst: Mikroplastik, Nitrat, hormonwirksamem Substanzen in Gewässern, Phosphor Verlust sind als Beispiele unbedingt zu benennen.

Das Klärwerk kann dabei seine Geschichte er-klären. Es zählt zu den sehr wenigen erhaltenen letzten Kläranlagen aus der ersten Generation. Es entstand in einer Zeit, in der der Begriff „Hygiene“ gebildet wurde. In der das Wort Umweltschutz seine, bis heute gültige Bedeutung bekam. In der erste Prinzipien und Regelungen zur Abwasserreinigung angewendet wurden. Und das in einer Zeit, in viele Krankheitserreger, die bis heute zu Pandemien führen, erstmalig wissenschaftlich erforscht wurden, wie zum Beispiel die Cholera. Es kann eine Geschichte erzählen, dass es viel zu lange, mit seiner guten aber später auch veralteten Technik, weiter in Betrieb war. Das nach Stilllegung das kommunale und gewerblich belastete Abwasser der Industriestädte Krefeld und Uerdingen wohl für Jahrzehnte gar nicht mehr gereinigt wurde. Es gibt da viel zu (er)-klären.

Was soll lokal und global erreicht werden?

  1. Bis 2030 den allgemeinen und gerechten Zugang zu einwandfreiem und bezahlbarem Trinkwasser für alle erreichen.
  2. Bis 2030 den Zugang zu einer angemessenen und gerechten Sanitärversorgung und Hygiene für alle erreichen und der Notdurftverrichtung im Freien ein Ende setzen, unter besonderer Beachtung der Bedürfnisse von Frauen und Mädchen und von Menschen in prekären Situationen.
  3. Bis 2030 die Wasserqualität durch Verringerung der Verschmutzung, Beendigung des Einbringens und Minimierung der Freisetzung gefährlicher Chemikalien und Stoffe, Halbierung des Anteils unbehandelten Abwassers und eine beträchtliche Steigerung der Wiederaufbereitung und gefahrlosen Wiederverwendung weltweit verbessern.
  4. Bis 2030 die Effizienz der Wassernutzung in allen Sektoren wesentlich steigern und eine nachhaltige Entnahme und Bereitstellung von Süßwasser gewährleisten, um der Wasserknappheit zu begegnen und die Zahl der unter Wasserknappheit leidenden Menschen erheblich zu verringern.
  5. Bis 2030 auf allen Ebenen eine integrierte Bewirtschaftung der Wasserressourcen umsetzen, gegebenenfalls auch mittels grenzüberschreitender Zusammenarbeit.
  6. Bis 2020 wasserverbundene Ökosysteme schützen und wiederherstellen, darunter Berge, Wälder, Feuchtgebiete, Flüsse, Grundwasserleiter und Seen.

Wie soll das Ziel erreicht werden?

  1. Bis 2030 die internationale Zusammenarbeit und die Unterstützung der Entwicklungsländer beim Kapazitätsaufbau für Aktivitäten und Programme im Bereich der Wasser- und Sanitärversorgung ausbauen, einschließlich der Wassersammlung und -speicherung, Entsalzung, effizienten Wassernutzung, Abwasserbehandlung, Wiederaufbereitungs- und Wiederverwendungstechnologien.
  2. Die Mitwirkung lokaler Gemeinwesen an der Verbesserung der Wasserbewirtschaftung und der Sanitärversorgung unterstützen und verstärken.

Mehr zu den Zielen und Messwerten (SDGs) der Agenda 2030 hier:

https://www.2030agenda.de/de

https://www.unesco.de/bildung/agenda-bildung-2030/bildung-und-die-sdgs

Daten der nationalen Berichtsplattform (NRP):

https://sustainabledevelopment-deutschland.github.io/status_summary/

Einige globale Fakten:

  • In jeder vierten Gesundheitseinrichtung (zB. Krankenstation) fehlt eine Grundversorgung mit Wasser
  • 3 von 10 Personen haben keinen Zugang zu verläßlich gemanagten Trinkwasserdiensten
  • 6 von 10 Personen haben keinen Zugang zu verläßlich betriebenen sanitären Einrichtungen.
  • Mindestens 892 Millionen Menschen praktizieren weiterhin offene Defäkation, können keine Toiletten benutzen.
  • in 80 Prozent der Haushalte ohne Zugang zu Wasser auf dem Grundstück sind Frauen und Mädchen für die Wassersammlung verantwortlich.
  • Zwischen 1990 und 2015 ist der Anteil der Weltbevölkerung, die eine verbesserte Trinkwasserquelle nutzt, von 76 Prozent auf 90 Prozent gestiegen. Das sind nur 14% in 25 Jahren.
  • Die Wasserknappheit betrifft mehr als 40 Prozent der Weltbevölkerung und wird voraussichtlich zunehmen. Derzeit leben über 1,7 Milliarden Menschen in Flusseinzugsgebieten, in denen der Wasserverbrauch die Ressourcen übersteigt.
  • 2,4 Milliarden Menschen haben keinen Zugang zu grundlegenden sanitären Einrichtungen wie Toiletten oder Latrinen
  • Mehr als 80 Prozent des Abwassers, das durch menschliche Aktivitäten entsteht, wird ohne Beseitigung der Umweltverschmutzung in Flüsse oder das Meer eingeleitet
  • Täglich sterben fast 1.000 Kinder an vermeidbaren Wasser- und sanitären Durchfallerkrankungen, siehe auch Cholera
  • Ungefähr 70 Prozent des gesamten aus Flüssen, Seen und Grundwasserschichten entnommenen Wassers wird zur Bewässerung verwendet
  • Überschwemmungen und andere wasserbedingte Katastrophen machen 70 Prozent aller Todesfälle im Zusammenhang mit Naturkatastrophen aus