Über die letzte Führung durchs Klärwerk, beim Ausbruch der Covid-19 Pandemie

Am Sonntag, dem 15.März 2020, fand die vorerst letze Führung durch das historische Klärwerk statt. Für den Termin in Zusammenarbeit mit der VHS Krefeld waren alle Plätze ausgebucht und ich, Christoph Becker als einer der Eigentümer, fuhr sehr nachdenklich zum Klärwerk. Sollten überhaupt noch Menschen kommen? Kann ich aus Sicherheitsgründen die Führung noch stattfinden lassen? Andererseits freute ich mich auf „ein letztes mal“ öffentlicher Kultur in Krefeld..

Die Auswirkungen der Epidemie waren an diesem Sonntag bereits zu spüren, der Schulbetrieb sollte ab Montag eingestellt werden, unser aller Leben began sich in immer rascherer Folge zu ändern. Ich beschloss mein „normales“ Programm der Führung durch das Haus grundlegend zu ändern. Einerseits musste ich für Vorsichtsmaßnahmen für mich und die Besucher sorgen: deutlich größerer Abstand untereinander.

Und ich wollte meine Kraft als Historiker nutzen. Den Vortrag begann ich daher mit den Themen Epidemie und Pandemie. Genauer gesagt mit der Cholera . Denn diese Infektionskrankheit breitete sich als Pandemie in den Städten der Welt des 19. Jahrhunderts aus, forderte ungezählte Tote.

Mehr zur Cholera im ER-KLÄRWERK

Feedback zur letzten Sonntagsführung im Klärwerk:

wir hatten gestern die o.g. Führung und ich muss Ihnen sagen, wir waren total begeistert. 

Wirklich so ein wichtiges Thema*, gerade in der aktuellen Zeit und so wunderbar kompetent, kurzweilig, interessant in Bezug auf soviele verbundene Themen (seltene Architektur, Auswirkung auf Gesundheit der Bevölkerung, Geschichte, Verbindungen etc.) von Hr. Christoph Becker dar gebracht. Wir sind immer noch total beeindruckt und so ging es wahrscheinlich allen Teilnehmern, weil irgendwie wollte keiner nach Hause und lauschte auch über die Zeit hinaus noch den Informationen. 

*Da in der Vergangenheit Kanalisation und Klärwerk gerade auf Basis von Epedemien, Pandemien und Seuchen verordnet/ eingerichtet wurden und was das für die Bevölkerung bedeutete und immer noch bedeutet. 

Wir können wirklich nur hoffen, dass Hr. Becker und sein Team, die Idee von einem einzigartigen Museum (wo bereits internationales Interesse gezeigt wird) zu diesem Thema verwirklichen kann und das er alle erdenklich Unterstützung (u.a. Anbindung an öffentliche Verkehrsmittel etc.) von Seiten der Stadt Krefeld bekommt, die Hürden beseitigen und Steine gar nicht erst in den Weg rollt. Wir können nur hoffen, dass er & sein Team ja nicht die Energie verliert um so etwas emens wichtiges zu schaffen, was die Bevölkerung informiert und z. B. auch als tolle Eventlocation dienen kann (Industrie-Architektur). 

Das wollte ich Ihnen als unser Feedback zu dieser Führung gerne geben, vielleicht können Sie es an entsprechender Stelle weiterleiten. 

Herzlichen Dank 
Mit freundlichen Grüßen 
XXX

40. Geburtstag des Denkmalschutzgesetzes in Nordrhein Westfalen

Heute feiern wir einen besonderen Tag, es ist einerseits der 40. Geburtstag des Denkmalschutzgesetzes des Landes Nordrhein-Westfalen. Dazu muss man wissen: Nordrhein-Westfalen war das letzte der alten Bundesländer, das ein Denkmalschutzgesetz entwickelte.  Umso wichtiger ist es, sich an diesen Tag zu erinnern. Denn Denkmalschutz ist nichts rückgewandtes, sondern schaut in die Zukunft. Denkmäler wie das Klärwerk müssen erhalten werden, sie machen unsere Geschichte erlebbar und ablesbar.

Sehr zu begrüßen ist in diesem Zusammenhang die Erhöhung der Mittel, die für den Denkmalschutz zur Verfügung gestellt wurden.

Der zweite Grund zum Feiern ist, dass das Klärwerk bei der Denkmalförderung des Landes Nordrhein-Westfalen für das Jahr 2020 berücksichtigt wird. Dringend notwendige Maßnahmen wie Dachreparaturen, Fensterabdichtung können nun begonnen werden. Juchu!

Hier der Link zur Pressemitteilung der Landesregierung