Langeweile? no! Betriebsleiter-Wohnhaus

Nachdem wir mit dem leeren der Kanäle erst mal nicht recht weiter kommen, beschäftigen wir uns zur Abwechslung einfach mal mit dem schönen Betriebsleiter Wohnhaus.

Das Wohnhaus wurde vom städtischen Architekten Anton Rumpen geplant und ist zwischen 1921-22 erbaut worden.

Die Beschreibung in der Denkmalliste der Stadt Krefeld liest sich so: Architektonisches Hauptkennzeichen des eingeschossigen Hauses sind das sehr hohe Walmdach und die Betonung des Haupteingangs auf der Westseite des Gebäudes durch einen flachen Risalit mit Dreiecksgiebel. Der Giebel wird von einem flachen Gesimsstreifen rundum eingefasst und ruht auf zwei einfachen, lisenenartigen Vorsprüngen an den Kanten des Risalits. Die Hauptansichtsseite ist bis hin zur Position der Schornsteine streng symmetrisch um die Achse des Haupteingangs angeordnet. […] Der Haupteingang ist um das Sockelgeschoss mit den Kellerfenstern gegenüber dem Bogenniveau erhöht und besitzt eine vierstufige Freitreppe.

Das Haus war bis 2004 bewohnt (andere Quellen sagen bis 2014). Der Zustand ist leider auch hier von Vandalismus und Leerstand stark beeinträchtigt. Wir sicherten nach Übernahme erst mal das undichte Dach. Danach haben wir den Strom und Wasseranschluss reaktiviert und nun säubern wir es.

Die Zimmer sind mit Holzdielen in „Ochsenblut“ lackiert. Bis auf den Flur, der sehr Wurmstichig war und entfernt werden musste, sind sie in brauchbarem Zustand. Die Fenster müssen aufgearbeitet werden, einige sind durch Vandalismus stark beschädigt.

In den Räumen waren kindische Graffiti an den Wänden, aber nachdem die „Tapeten“ raus sind, ist das Geschichte. Ach ja, wenn Jemand den Künstler „Tips“ aus Uerdingen kennt, schöne Grüße: wir haben Probleme mit Deinen Tags auf 111-Jahre altem Lava Basalt am Klärwerk. Du kannst bei Zeiten mal vorbeischauen und das wieder abmachen! Oder verstehst Du nichts von Kunst? Jugendstil? …


Mal nachsehen im neuen Auslasskanal, ok neu ist relativ, er ist von 1909…

Mit der Reinigungsanlage wurden 1908 – 1910 einige wichtige Kanäle der Stadt neu erbaut. So schreibt Wilhelm Wessel, der damalige Leiter des Tiefbauamtes, 1982 in „Die Heimat“ in Ausgabe 53: „Der Südsammler beginnt am Hauptbahn­hof, er verläuft im Zuge Hansastraße — Oppumer Straße — Glockenspitz — Berli­ner Straße zur Reinigungsanlage […]. Der Südsammler ist als Betonkanal gebaut mit einem maul­förmigen Profil 2,12 / 2,21m, er ist heute noch voll in Betrieb und in gutem Zustand.

Da wir ja grade mit dem Kommunalbetrieb AöR der Stadt Krefeld in den Kanälen der Kläranlage unterwegs waren, machte es Sinn aus dem neben der Anlage verlaufenden Hauptkanal, die historischen Zu- und Abflüsse der des Klärwerks zu begutachten. Der Weg hinunter führt über eine Wendeltreppe gut 7m hinab zum Kanal. Die Anlage ist in Betrieb, bei Starkregen fließt Regenwasser durch den Kanal zum Rhein. Unten angekommen bietet sich ein tolles Panorama:

der Auslasskanal

Der Zulauf der Kläranlage ist mittlerweile verschlossen, aber der historische Kettenschieber ist noch vorhanden:

Die Inschrift lautet: Geigerische Maschinenfabrik, Karlsruhe

Wir sind dann durch den Kanal bis zum Auslauf des Klärwerks gewandert, dort führt eine Wendeltreppe hinauf, der Auslauf selbst ist zugemauert.

Kanalbegehung

Noch einige Impressionen aus dem Kanalbauwerk