{"id":219,"date":"2019-01-15T09:36:30","date_gmt":"2019-01-15T08:36:30","guid":{"rendered":"http:\/\/klaerwerk.querfeldeins.org\/?p=219"},"modified":"2019-01-15T09:38:46","modified_gmt":"2019-01-15T08:38:46","slug":"zur-einschaetzung-des-denkmals","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.klaerwerk-krefeld.org\/index.php\/zur-einschaetzung-des-denkmals\/","title":{"rendered":"zur Einsch\u00e4tzung des Denkmals"},"content":{"rendered":"\n<p><br><\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>fr\u00fche gro\u00dfe Eisenbeton Hallenkonstruktion<\/li><li>die Paarung von Ingenieurleistung und Architektur<\/li><li>es ist das letzte ann\u00e4hernd vollst\u00e4ndig erhaltene Geb\u00e4ude und Inventar einer der ersten Kl\u00e4ranlagen <\/li><li> doppelte Moderne: Jugendstil an einem Bau der Hygiene<br><\/li><\/ul>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Fr\u00fche Eisenbeton Hallenkonstruktion <\/h2>\n\n\n\n<p>Die neuartige Bautechnik \u201eEisenbeton&#8221; erm\u00f6glichte vollkommen neuartige Konstruktionsweisen. Siehe dazu beispielhaft das Vorwort auf Seite 9 \u201eDie k\u00fcnstlerische Gestaltung der Eisenbetonbauten&#8221;\u2026 \u201edie Bres\u00adlauer Markthalle,&#8221; .. 1908 erbaut, \u2026 \u201eals Vertreterin des neuartigen, die Merkmale des Eisenbetons ver\u00adk\u00f6rpernden Bautyps&#8221; <\/p>\n\n\n\n<p>ELFTER BAND DES HANDBUCHES F\u00dcR EISENBETONBAU 1915, Seite 9, das Foto der Markthalle Seite 23<br><a href=\"http:\/\/delibra.bg.polsl.pl\/Content\/31068\/BCPS_34245_1915_Handbuch-fur-Eisenbe_0000.pdf\">http:\/\/delibra.bg.polsl.pl\/Content\/31068\/BCPS_34245_1915_Handbuch-fur-Eisenbe_0000.pdf<\/a><\/p>\n\n\n\n<p><em>Daher kann Vermutet werden, das es sich &#8211; insbesondere bei der gro\u00dfen Kl\u00e4rhalle &#8211; um eine der fr\u00fchesten vollst\u00e4ndigen Eisenbeton Geb\u00e4udekonstruktionen handelt.    <\/em><br><\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Paarung von Ingenieurleistung und Architektur<br><\/h2>\n\n\n\n<p>Sicherlich ist die Konstruktion des Hallengeb\u00e4udes des Kl\u00e4rwerks der Stadt Krefeld nicht einfach \u201enur&#8221; durch den jungen Architekten Bruggaier &#8220;erstellt&#8221; worden, vielmehr muss eine erfahrene Baufirma wie &#8220;Dyckerhoff und Widmann&#8221; mit ihren herausragenden Ingenieuren die technischen Aspekte und die Ausf\u00fchrung des Baus begleitet haben. Ob &#8220;Dyckerhoff und Widman&#8221; als Baufirma mit beteiligt war, ist Gegenstand der gegenw\u00e4rtigen Forschung, es k\u00f6nnte auch eine andere der Handvoll Firmen gewesen sein, beispielhaft sei \u201eWayss &amp; Freytag&#8221; oder &#8220;Lolat-Eisenbeton GmbH&#8221; genannt. <\/p>\n\n\n\n<p>Das Wechselspiel und die herausragende Rolle der Ingenieure die sich mit Eisenbeton besch\u00e4ftigen wird hier genauer beleuchtet: <br> Willy Gehler, Versuch einer Einordnung, TU-Dresden<br> <a href=\"https:\/\/tu-dresden.de\/bu\/bauingenieurwesen\/imb\/ressourcen\/dateien\/forschung\/publikationen\/monographien\/Tagungsband-WillyGehler_screen-version_100dpi.pdf?lang=de\">https:\/\/tu-dresden.de\/bu\/bauingenieurwesen\/imb\/ressourcen\/dateien\/forschung\/publikationen\/monographien\/Tagungsband-WillyGehler_screen-version_100dpi.pdf?lang=de<\/a><\/p>\n\n\n\n<p><em>Es kann daher vermutet werden, dass der Architekt Bruggaier, als auch das verantwortliche &#8220;Kanalamt der Stadt Krefeld&#8221; damals nicht in der Lage waren, eine solch k\u00fcnstlerische Konstruktion eines Geb\u00e4udes, dazu noch im auch \u201ekostspieligen&#8221; Jugendstil, ohne die fundierte Hilfe eines der Eisenbetonpioniere zu erreichen.   <\/em><\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Geb\u00e4ude und das erhaltene Inventar einer der ersten Kl\u00e4ranlagen<br><\/h2>\n\n\n\n<p>Die Krefelder Anlage stellt eine, nach bisherigem Forschungsergebnis m\u00f6glicherweise an das &#8220;Ausla\u00dfbauwerk Nord und S\u00fcd&#8221; in Hamburg (nicht erhalten) angelehnte Anlage dar. Die Hamburger Kanalisation, insgesamt durch den englischen in Hamburg damals lebenden Ingenieur William Lindley projektiert, stellt insgesamt die erste moderne Stadtentw\u00e4sserung auf dem Kontinent dar. <\/p>\n\n\n\n<p>William Lindley, sp\u00e4ter seine S\u00f6hne, stellten Pl\u00e4ne f\u00fcr die Kanalisationen der modernen St\u00e4dte auf. So unter anderem in Frankfurt, Prag, Budapest, Wien, Warschau, St. Petersburg, Sidney. Die in Hamburg eingesetzte Kanalisation ist das Vorbild, auch f\u00fcr Krefeld. Die technische Anlage zur Abwasserreinigung wurde damals durchweg als Sieb\/Rechenanlage, um die groben Stoffe im Abwasser \u201eabzufischen&#8221;, so auch geschehen in K\u00f6ln, D\u00fcsseldorf, Hamburg, Dresden, konzipiert. Der Rhein, als sehr wasserreicher Vorfluter, erforderte damals nur diese Art der Reinigung. St\u00e4dte mit geringerer Wassermenge des Vorfluters mussten notgedrungen andere weitergehende Reinigungsverfahren entwickeln, so beispielhaft in Frankfurt geschehen. <\/p>\n\n\n\n<p>Die Beschreibung der technischen Konstruktion der Hamburger Auslassanlagen Nord und S\u00fcd ist, als Vergleich mit Krefeld, ist hier zu finden: &#8220;Hamburg uns seine Bauten, Entw\u00e4sserung des Stadtgebietes, Baurat Curt Merckel, 1914 <a href=\"http:\/\/www.diglib.tugraz.at\/download.php?id=56c2e2baaca26&amp;location=browse\">http:\/\/www.diglib.tugraz.at\/download.php?id=56c2e2baaca26&amp;location=browse<\/a> Seite 347-349<br>Vergleiche mit Grundriss und Schnitt der Inventarienzeichnungen zur Reinigungsanlage der Stadt Krefeld, im Original erhalten bei der UDB.<\/p>\n\n\n\n<p>Es sind europaweit so gut wie keine historische Kl\u00e4ranlagen erhalten, da die \u00c4nderung der Kl\u00e4rtechnologie und die Abwassermenge als auch -Qualit\u00e4t sich laufend ver\u00e4nderte und dies die Betreiber zu Neubauten oder Umbauten zwang. In Deutschland erhalten sind noch Teile des \u201eunterirdisch&#8221; errichteten Kl\u00e4rwerks Frankfurt Niederrad, eine Anlage mit Absetzbecken f\u00fcr die chemische F\u00e4llung  &#8211; aufgrund des deutlich weniger Wasserreichen Vorfluges Main. <a href=\"https:\/\/www.fitg.de\/fileadmin\/FITG-Journal_pdf\/FITG2009_03.pdf\">https:\/\/www.fitg.de\/fileadmin\/FITG-Journal_pdf\/FITG2009_03.pdf<\/a> Im weiteren europ\u00e4ischen Raum ist noch das Kl\u00e4rwerk in Prag Bubenec &#8220;Stara-Cistirna&#8221; erhalten <a href=\"http:\/\/stara-cistirna.cz\/en\/vismo\/galerie2.asp?id_org=600764&amp;id_galerie=1012&amp;n=building&amp;p1=1074\">http:\/\/stara-cistirna.cz\/en\/vismo\/galerie2.asp?id_org=600764&amp;id_galerie=1012&amp;n=building&amp;p1=1074<\/a> <\/p>\n\n\n\n<p><em>Es kann somit vermutet werden, dass es sich um eine einzigartige erhaltene Anlage aus der Gr\u00fcndungsphase der modernen Stadtentw\u00e4sserungen auf dem europ\u00e4ischen Kontinent handelt. <\/em><\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Doppelte Moderne: Jugendstil an einem Bau der Hygiene<\/h2>\n\n\n\n<p>1909 erbaut, in seiner Formgebung des Jugendstils einzigartig, ein moderner Zweckbau der Hygiene. Das Kl\u00e4rwerk muss schon durch seine Gestalt wie ein Ufo im Rheinland erschienen sein. Dazu die klare Aussage der Stadt \u201ewir sind modern&#8221;, denn wir reinigen das Abwasser mit der besten verf\u00fcgbaren Technik. Modernste Technik (aus Hamburg), modernstes Baumaterial (Eisenbeton), hervorragende Bauausf\u00fchrung gepaart mit exzellenten Materialien (Terrazzo im gesamten Geb\u00e4ude, Kahla Kacheln im gesamten Geb\u00e4ude rundum). <\/p>\n\n\n\n<p><em>Es kann daher vermutet werden, dass die Reinigungsanlage 1909 einer der modernsten Bauten ihrer Zeit war.    <\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>fr\u00fche gro\u00dfe Eisenbeton Hallenkonstruktion die Paarung von Ingenieurleistung und Architektur es ist das letzte ann\u00e4hernd vollst\u00e4ndig erhaltene Geb\u00e4ude und Inventar einer der ersten Kl\u00e4ranlagen doppelte Moderne: Jugendstil an einem Bau der Hygiene Fr\u00fche Eisenbeton Hallenkonstruktion Die neuartige Bautechnik \u201eEisenbeton&#8221; erm\u00f6glichte vollkommen neuartige Konstruktionsweisen. Siehe dazu beispielhaft das Vorwort auf Seite 9 \u201eDie k\u00fcnstlerische Gestaltung der &hellip; <\/p>\n<p class=\"link-more\"><a href=\"https:\/\/www.klaerwerk-krefeld.org\/index.php\/zur-einschaetzung-des-denkmals\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">\u201ezur Einsch\u00e4tzung des Denkmals\u201c <\/span>weiterlesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":220,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-219","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-allgemein"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.klaerwerk-krefeld.org\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/219","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.klaerwerk-krefeld.org\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.klaerwerk-krefeld.org\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.klaerwerk-krefeld.org\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.klaerwerk-krefeld.org\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=219"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/www.klaerwerk-krefeld.org\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/219\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":290,"href":"https:\/\/www.klaerwerk-krefeld.org\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/219\/revisions\/290"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.klaerwerk-krefeld.org\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media\/220"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.klaerwerk-krefeld.org\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=219"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.klaerwerk-krefeld.org\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=219"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.klaerwerk-krefeld.org\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=219"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}