Denkmalpflege? Denkmalförderung? Wie geht das?

Am 1. Oktober eines jeden Jahres ist es soweit. Für den Aufruf der Denkmalförderung der Länder müssen fleissig Anträge geschrieben werden. Wie funktioniert so was?

Zuständig ist in Nordrhein-Westfalen das Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung des Landes Nordrhein-Westfalen, kurz MHKBG.

Die Mittel für Denkmalpflege werden im Landeshaushalt bereitgestellt. Der sieht als Haushaltsplanentwurf so aus: https://www.haushalt.fm.nrw.de/grafik/index.php?type=2 dort oben rechts unter „Denkmal“ suchen.

Die Mittel werden entweder hier schon fest verplant, zB. – aufgrund langjähriger Verpflichtungen, oder aber für landeseigene Denkmäler, und die „dicken Dinger“ wie Stiftung Zollverein, Zuweisungen an den Regionalverband Ruhr für Pflege und Unterhaltung bedeutender Standorte der Route der Industriekultur, aber auch die Dombauvereine in NRW, oder Sakralbauten von besonderer Bedeutung.

Die vielen, vielen „kleinen“ weiteren Denkmäler im Land die auch noch einen klitzzekleinen Förderbedarf sehen, müssen jedenfalls statt dessen einen Förderantrag stellen und diese sind unter der Haushaltsstelle 08 510 893 60 195 „Zuschüsse zur Förderung privater und kirchlicher denkmalpflegerischer Maßnahmen“ zusammengefasst. Diese Mittel werden also, wenn der Haushalt so beschossen wird, für alle anderen Denkmäler bereitgestellt.

Die Förderanträge werden, unabhängig davon, bis zum 1. Oktober des Vorjahres über die Bezirksregierungen eingesammelt, gehen dann in Abstimmungen und Auswahlverfahren und wer Glück hat oder besonders schlimmen Schaden abwenden muss, der wird dann vielleicht auch gefördert.

Es gibt auch den Weg, dass die Gemeinde für kleinere Maßnahmen das Förder-Prozedere organisiert, das fällt in Krefeld aber aus. Weil zu wenig Personal, oder Interesse? Könnte man mal im Kultur und Denkmalausschuß nachfragen…

Das ganze Abstimmungsprozedere in den Behörden nimmt nun einige Monate in Anspruch, denn Geld für alle Anträge ist ja nie genug da. Ganz übel war es auch schon mal bei einer Vorgänger Regierung, da gab es fast keine Förderungen mehr, sondern nur noch vergünstigte Kredite. Die Folge? Besser nicht drüber nachdenken.

Aber der aktuelle Haushaltentwurf sieht dieses mal eine Steigerung für das Jahr 2022 vor. Allerdings hatten wir im Sommer auch die Hochwasser-Flut, die viele Denkmäler und historische Ortskerne schwer gebeutelt hat.

Wir haben für das Klärwerk jedenfalls pünktlich einen Antrag gestellt, und hoffen.
Bitte die Daumen drücken!